Fremde Fotos und Videos ohne Urheberrechtsverletzung nutzen

Wer ein fremdes Bild oder Video auf seiner eigenen Webseite benutzt, begeht eine Urheberrechtsverletzung und kann abgemahnt werden. Das sogenannte Framing bietet jedoch eine legale Möglichkeit, fremdes Material zu nutzen. Wie das genau funktioniert und welche Risiken sich dahinter verbergen, zeigt dieser Artikel.

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Jedem sollte mittlerweile klar sein, daß es nicht erlaubt ist, fremde Fotos in den eigenen Blog einzubinden. Allerdings gilt das nur, wenn das Bild oder Video auch heruntergeladen und gespeichert wird. Dadurch hat der Urheber keine technische Möglichkeit mehr, die Nutzung zu verhindern, außer einen rechtlichen Weg zu beschreiten. Anders sieht es aus, wenn das Bild gar nicht heruntergeladen wurde und nur mittels Verlinkung auf der eigenen Seite gezeigt wird.

Framing vs. kopieren

Wird ein Bild herunter geladen und gespeichert, dann erstellt man eine Kopie und verstößt gegen das Vervielfältigungsrecht, das dem Urheber zusteht. Diese Kopie wird anderen Nutzern im Internet zur Verfügung gestellt. Das ist im Grunde vergleichbar mit herunter geladener Musik, die dann in Peer to Peer Netzwerken verbreitet wird. Durch die Framing-Technik wird ein Foto nicht heruntergeladen und auch nicht gespeichert. Es verbleibt also beim Urheber. Möchte es dieser nicht mehr öffentlich im Internet zur Verfügung stellen, kann er es von seiner Webseite löschen und somit ist es auch auf allen anderen Seiten, die es eingebunden haben, nicht mehr zu sehen.

Auf diese Weise lassen sich sogar Fotos der Konkurrenz nutzen, ohne dass man Gefahr läuft, eine Abmahnung zu bekommen.

Rechtliche Grundlagen der Framing-Technik

Es gab in der Vergangenheit rechtliche Auseinandersetzungen zu diesem Thema und je nach Gericht viel die Entscheidung mal für den Urheber und mal gegen ihn aus. Letztlich wurde aber an höchster Stelle, am Europäischen Gerichtshof, entschieden.

EuGH-Beschluss vom 21. Oktober 2014,Az. C-348/13

Der EuGH sieht sowohl das Linking als auch Framing als urheberrechtlich unbedenklich an. Es sei keine öffentliche Wiedergabe, die einem neuen Publikum zugänglich gemacht würde. Der Embedded Link sei nur der Verweis auf bereits veröffentlichte Werke.

Dabei geht der EuGH sogar soweit, dass Webseiten und Online-Shops Bilder, Grafiken und Videos der Konkurrenz nutzen können, selbst wenn diese als eigene Werke angesehen werden könnten.

Auch das Framing birgt Risiken

Das Urteil wurde natürlich zu einem bestimmten Fall gefällt und andere Konstellationen könnten abweichende Urteile hervorbringen. In einem Fall ist das bereits geschehen. Dort ging es um die Verlinkung von rechtswidrig veröffentlichtem Material. Es wurde argumentiert, dass der Verlinkende von der unrechtmäßigen Veröffentlichung wusste und aus finanziellem Interesse ebenfalls verlinkt hat. Ein solches Urteil ist natürlich verständlich, eröffnet aber findigen Anwälten neue Verdienstmöglichkeiten. Denn nicht immer ist es so leicht ersichtlich, ob ein verlinktes Bild auch rechtmäßig veröffentlicht wurde. Vor Gericht gewinnen dann letztendlich die besseren Argumente.

Problematisch dürfte es auch werden, wenn Bilder von Stockanbietern verlinkt werden. Auf direktem Wege ist das nicht möglich, da deren Fotos nicht ohne Wasserzeichen öffentlich zur Verfügung stehen. Hat nun ein Webseitenbetreiber eine Lizenz für ein Bild erworben und veröffentlicht dieses in seinem Blog, dann ist er noch immer nicht der Rechteinhaber. Die Lizenz besagt nur, das er das Bild gemäß den Lizenzbedingungen nutzen darf. Wird dieses lizenzierte Bild von Dritten mittels Framing genutzt, werden sich das die Stockagenturen sicher nicht tatenlos ansehen. Steht also an einem Bild ein Copyrightvermerk einer bekannten Agentur, würde ich persönlich die Finger davon lassen und auf ein Framing verzichten. Im Zweifelsfall ist es immer günstiger, sich selber ein Foto für wenige Euro bei einem Stockanbieter lizenzieren zu lassen.

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