Der perfekte Rechner für die Arbeit am Online-Business

Gamer machen sich vermutlich die meisten Gedanken um ihr “bestes Stück”. Da wird alles recherchiert und die Komponenten fein säuberlich zusammengestellt. Wie muss ein Rechner aussehen, der für das Online Business genutzt wird? Welche Hardware ist erforderlich? Auf was kann man verzichten?

Wer schon einmal seine Freunde um Rat gefragt hat, wird sicherlich gemerkt haben, dass es 2 große Lager gibt. Zum einen sind es die Windows Freunde, die um nichts auf der Welt auf die Spielevielfalt ihres Systems verzichten möchten und dann gibt es noch das Lager der Mac User. Diese setzen vorrangig auf Benutzerfreundlichkeit und Stabilität. Ich nutze beide Systeme und kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es in Bezug auf die Onlinearbeit relativ egal ist, für welche Seite man sich entscheidet. Wer aber nicht so tief in die Materie einsteigen und sich vielleicht sogar mittels Layout Professionals eigene Boards entwerfen möchte, kann sowohl zum günstigen PC als auch zum etwas teureren Mac greifen. Im Bereich der Arbeitsprogramme bietet Mac OS nahezu alles, was auch unter Windows geboten wird. Ein paar kleine Einschränkungen gibt es hier und da aber doch. Ich habe 2, 3 Arbeitsprogramme, die ich nicht für Mac bekommen und auf die ich auch nicht verzichten kann. Allerdings haben die nichts mit meiner Online Arbeit zu tun. Und darum soll es im heutigen Artikel ja vorrangig gehen.

Grundsätzliches zum Rechner

Da die Anforderungen an einen Rechner sehr vielfältig sein können, kann ich hier natürlich nur aus meiner eigenen Erfahrung berichten. Und die umfasst immerhin fast 30 Jahre Selbständigkeit und Rechner vom alten 8086 bis hin zum Ryzen 5. Auch diverse Macs konnte ich bereits mein eigen nennen. Dieser Artikel stellt sicher nicht den ultimativen Rechner vor, aber kann zumindest Denkanstöße und Tipps geben, in welche Richtung man sich weiter informiert und Produktvideos oder Vergleiche bei YouTube anschaut.

Gehäuse und Netzteil

Beim Gehäuse gibt es die Qual der Wahl. Von schlicht bis blinkend bunt gibt es hier wirklich alles. Was letztlich zum Einsatz kommt, spielt keine Rolle. Man nimmt einfach das, was einem am besten gefällt und in das Budget passt. Beim Netzteil sollte man schon etwas genauer hinsehen. Bei den meisten Einsteiger-Sets werden 400 Watt Netzteile verwendet. Das reicht in den allermeisten Fällen auch aus. Es sei denn, man ist auch im Gaming aktiv und möchte AMD Grafikkarten verwenden. Die sind sehr leistungshungrig, sodass mindestens 500 Watt empfehlenswert sind.

Auch das CD-ROM würde ich noch in diesen Bereich ansiedeln, da es in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung verloren hat. Ein einfacher, günstiger DVD Brenner reicht allemal. Soll auch mal das eine oder andere Video abgespielt werden, könnte man sich Gedanken um ein Blu-Ray Laufwerk machen.

Mainboard und CPU

Diese beiden Komponenten gehören zusammen und man muss bei Einzelkauf darauf achten, dass ein Board mit dem richtigen Sockel verwendet wird. Bei Intel Prozessoren muss man noch ein weniger genauer hinsehen, da es selbst innerhalb der CPU Kategorien unterschiedliche Sockel gibt. Bei AMD ist es etwas einfacher. Ein absolut ausreichender FX 8300 mit 8 Kernen nutzt einen AM3+ Sockel und die neuen Ryzen allesamt einen AM4 Sockel. In meinen Augen ist derzeit der AMD Ryzen 5 2600 der absolute Preis-/Leistungssieger. Auf das X hinter der Bezeichnung kann getrost verzichtet werden, wenn man sich nicht mit Übertacktung beschäftigen will. Ein Ryzen 7 bietet kaum mehr Leistung.

Ich hatte sowohl einen Intel i7 als auch den AMD FX 8320e und AMD Ryzen 5 2600. Sowohl für die Arbeit im Online-Business als auch für aktuelle Spiele sind alle 3 geeignet. Und wer sich nun fragt, warum man für ein bisschen Tippen im Browser überhaupt eine solche CPU braucht, der sollte auch an zusätzliche Software für Grafik-, Video- und Bildbearbeitung denken. Der Platzhirsch Adobe verlangt mit seinem CC Paket einiges an Leistung, wenn alles flüssig laufen soll.

Beim Kauf eines Mainboards sollte unbedingt noch darauf geachtet werden, dass ein M.2 Steckplatz vorhanden ist. Idealerweise sollte dieser auch 32GBit/s verarbeiten können. Eine dort eingesteckte NVMe SSD schlägt die normale SSD um ein Vielfaches. Aber dazu später mehr.

Festplatten und Speichermedien

Viele schenken diesem Punkt zu wenig Beachtung. Langsame Festplatten sorgen jedoch für einen Flaschenhals, der jeden schnellen Prozessor ausbremst. Zumindest das Laufwerk für das Betriebssystem sollte eine SSD sein. Diesen Punkt beherzigen die meisten allerdings schon. Ich würde hier aber noch einen Schritt weiter gehen. Ein NVMe Laufwerk wie das Samsung EVO 970 ist noch einmal deutlich schneller als die normale SSD. Während normale SSD mit rund 500MB/s schreiben und lesen, liegt die Transferrate bei einem NVMe M.2 Laufwerk bei rund 3500MB/s beim lesen und 2500MB/s beim schreiben. Bei sehr vielen kleinen Dateien fällt der spürbare Unterschied natürlich geringer aus, aber ich habe den Tausch meiner alten SSD gegen ein M.2 Laufwerk deutlich gemerkt. Photoshop startet in schlappen 3 Sekunden. Wer mit diesem Programm arbeitet, weiß, dass dies ein hervorragender Wert ist. Vor dem Tausch hat der Start 12 Sekunden gedauert. Viele kleinere Programme wie Browser haben gar keine Startzeiten mehr. Icon antippen und intantan ist das Fenster geöffnet.

Der RAM ist natürlich auch wichtig und trägt seinen Teil zu einem schnellen Rechner bei. Hier orientiert man sich am besten an die Empfehlungen des Herstellers vom Mainboard. Auf der jeweiligen Webseite gibt es in der Regel Listen mit getestetem und kompatiblem RAM. Empfehlungen vom Kumpel sollte man daher mit Vorsicht genießen. Was in seinem Board super läuft, kann im eigenen sogar gar nicht laufen.

Die Grafikkarte

Für die Online-Arbeit ist die Grafikkarte eher nebensächlich. Aber auch hier profitieren Programme wie Photoshop von einer leistungsstarken GPU. Bilder und Videos werden schneller gerendert. Und sind wir doch mal ehrlich. Wenn man schon einen PC hat, dann möchte man auch mal das eine oder andere Spiel spielen. Am Markt gibt es sowohl günstige Karten als auch Modelle, für die man einen gebrauchten Kleinwagen bekommt. Man sollte sich aber nicht beirren lassen und gleich zum teuren Modell greifen. Entscheidend ist dabei auch der Monitor. Kann dieser nur Full HD, dann macht eine Grafikkarte jenseits der GTX 1060 kaum Sinn. Selbst eine 1050 Ti lässt die meisten aktuellen Spiele in hohen Einstellungen flüssig laufen. Will man aber einen 2k Monitor nutzen und mit 1440p spielen, dann kommt sie bei einigen Spielen an ihre Grenzen.

Hört man eingefleischte Zocker reden, dann dreht sich alles um die FPS, also um die erzeugten Bilder pro Sekunde. Ab 30 FPS lässt sich sehr gut spielen und ab 60 FPS laufen auch schnelle Actionspiele absolut flüssig über den Bildschirm. 90 oder 120 FPS bringen dem Normalspieler keinen Vorteil. Anders sieht es aus, wenn man als Let’s Player aktiv ist. Dann dürfen es auch mehr FPS sein. Im Video können dann verlustfreie Slow Motions erstellt werden. Ich selber habe mich für eine GTX 1060 entschieden. Damit spiele ich flüssig und in brillanter Auflösung in 1440p und manche Spiele sogar in 4k.

AMD bietet natürlich auch Grafikkarten, die oft etwas günstiger als die vergleichbaren Modelle auf der GeForce Seite sind. Ich habe mir sehr viele Tests angesehen und mal ist GeForce um wenige Frames schneller und mal AMD mit seinen RX Karten. Im Mittel geben sie sich aber nicht viel. Für mich persönlich war die Leistungsaufnahme das KO Kriterium für die AMD Karten. Zwar sind GeForce Karten meist etwas teurer, verbrauchen im Gegenzug aber auch deutlich weniger Strom. In meinem Fall, war die GTX 1060 ca. 30 EUR teurer als die vergleichbare AMD RX 580. Natürlich gibt es noch weitere Unterschiede. So unterstützt AMD Freesync, das von vielen günstigen Monitoren unterstützt wird. GeForce Karten nutzen hingegen GSync, dass nur mit meist deutlich teureren Monitoren genutzt werden kann.

Eingabegeräte

Tastatur und Maus sind nicht nur für Gamer wichtig. Wer viel tippt, braucht auch eine gute Tastatur. Hier habe ich so meine Erfahrungen gemacht. Viele Tastaturen bestellt und gleich wieder in die Ecke geschmissen. Empfehlungen und Bewertungen kann man hier getrost vergessen, da diese sehr subjektiv sind. Hier sollte man ein paar Euro mehr in die Hand nehmen und in einen Offline Shop gehen. Dort sind viele Tastaturen aufgebaut und können getestet werden. Man kann natürlich auch Online ordern und exzessiv vom Widerrufsrecht gebraucht machen. Finde ich persönlich allerdings nicht fair und solche Kosten muss der Händler zwangsläufig auf alle seine Produkte aufschlagen. Zudem ist mir die Zeit auch zu schade, alles immer wieder zu verpacken und zur Post zu schleppen.

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