Wie wichtig sind Schrift und Sprache für einen erfolgreichen Internet-Auftritt

Der Webmaster Friday steht wieder an und wirft die Frage der Sprache und Schreibweise auf. Eine Webseite lebt von ihrem Inhalt und von denen, die diesen Inhalt konsumieren. Damit er konsumiert wird, muss er eine Reihe von Kriterien erfüllen. Zum einen muss er natürlich für den Leser interessant sein und sein Interessengebiet abdecken, bzw. passend zum Thema sein, das der Besucher der Webseite in den Suchmaschinen gesucht hat. Dann sollte er natürlich auch in der jeweiligen Landessprache verfasst sein, damit er vom Leser auch verstanden wird. Auch die technischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Einen Webspace mit eigener Domain setze ich einfach mal voraus. Sind damit bereits alle Kriterien erfüllt oder muss man bezüglich Content noch mehr beachten?

Wie sieht es mit der Rechtschreibung, Grammatik und Interpunktion aus?

In meinen Augen kann die mangelnde Rechtschreibung ein absolute KO Kriterium für jede Webseite sein. Sicherlich ist niemand perfekt und Fehler passieren einfach mal. Ich schreib auch keine 100% fehlerfreien Texte. Sei es aus Unwissenheit oder aus Flüchtigkeit, weil ein Text noch schnell fertiggestellt werden muss. Eine Vielzahl von Vertippern kann auch eine Rechtschreibprüfung in der Textverarbeitung oder ein Plugin im Browser bereits verhindern. Aber bei mangelnder Grammatik und fehlendem Interesse an korrekter Rechtschreibung hilft kein Tool. Auch Interpunktion wird oft vernachlässigt und kann Artikel im schlimmsten Fall sogar einen völlig anderen Sinn geben. Hier kann ein Text wirklich schwer lesbar werden und den Leser nach wenigen Zeilen vergraulen. Besonders wenn man mit seiner Webseite Geld verdienen möchte, sollte eine gewisse Seriösität und Professionalität ausgestrahlt werden. Und bei einem vor Fehlern strotzenden Text fehlt das einfach.


Kann ich Fremdwörter, Eigennamen und Abkürzungen verwenden?

Meines Erachtens kann man seinen Text beliebig mit Fremdwörter oder Abkürzungen ausschmücken. Es sollte nur keine medizinische Abhandlung werden, die man nur mit Kenntnis des großen Latinums verstehen kann. Gezielt eingesetzt zeugen sie von größerer Professionalität und von Wissen im jeweiligen Themengebiet. Man sollte aber nie aus den Augen verlieren, für wen der Text eigentlich geschrieben wird. Der Leser muss ihn verstehen können. Er muss den Sinn erfassen ohne ein Lexikon zu benutzen und ohne das er das Gefühl hat, das der Text anstrengend ist. Wenn ich also über Suchmaschinen sinniere und von SERPs berichte, dann setze ich dahinter in Klammern die Übersetzung (in diesem Falle Search Engine Result Pages) und erkläre, was sich dahinter verbirgt. Wenn der Leser das Textende erreicht hat, dann muss er sich selber sagen: “Ja, das hab ich verstanden und kann es auch so umsetzen.”

Kurz und bündig oder darf es auch mal länger sein?

Pauschal kann man das sicher nicht beantworten. Es hängt immer vom jeweiligen Artikel und dem Zweck ab. Es macht auf jeden Fall keinen Sinn einen Text zu schreiben, dabei den Wortzähler im Auge zu haben und sich selber zu sagen: “142 Worte muss ich noch, damit es auch genug für Google ist.” Wenn man natürlich ein hervorragender Rhetoriker ist, dann darf man auch gerne mal Stellen ausschmücken, die keiner Schmückung bedürfen. Am Ende kommt es aber auch hier wieder auf den Leser an, ob der Text seinen Erwartungen entspricht oder er das Lesen aus Langeweile oder Unverständnis abgebrochen hat.
Wenn ich ein Produkt beschreibe, dann kann es durchaus sinnvoll sein, mehr zu schreiben und viele Dinge deutlicher zu umschreiben. Der Leser möchte sich hier schließlich informieren und erwartet Informationen, die er so auf anderen Seiten nicht bekommen. Will ich aber eine Liste an den Mann bringen, zB eine Übersicht verschiedener Stockanbieter für kostenlose Bilder und Fotos, dann erwartet der Leser eine umfangreiche Liste, mit kurzer Beschreibung, was ihn auf den jeweiligen Verweisseiten erwartet. Lange Umschreibungen wären kontraproduktiv und machen es dem Leser schwerer an seine gesuchten Informationen zu gelangen.

Schreibe ich selber?

Damit meine ich jetzt nicht, das ich mir eine Sekretärin leiste oder einen Ghostwriter 😉 Aber bin ich das, der da schreibt? Sind das auch meine Worte oder versuche ich etwas zu sein, das ich eigentlich nicht bin? Ich denke wirklich erfolgreich und vor allem dauerhaft erfolgreich, ist man nur, wenn man sich nicht verstellt. Wenn einem Fremdwörter nicht liegen, dann lässt man sie weg. Es macht keinen Sinn, sich zu verbiegen und das zu schreiben, wovon man der Meinung ist, das es für die jeweiligen Leser das richtige wäre. Wenn man seine eigenen Worte nutzt und in seinem Thema bleibt, dann kommen die Leser früher oder später von alleine und lesen dann, gerade weil man sich nicht verstellt.

Das Fazit:
Gibt es hier überhaupt ein Fazit? Ich denke einfach, das vieles erlaubt und möglich ist. Jeder muss selber entscheiden wie er seine Texte verfasst. Es macht keinen Sinn sich zu verstellen. Was aber gar nicht geht, sind massenhaft Fehler im Text. Wer nicht in der Lage ist eine korrekte Rechtschreibung zu benutzen (Stichwort LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche)), der muss sich nicht zwangsläufig ein anderes Hobby suchen. Vielmehr sollte er dann offen damit umgehen und wird vielleicht sogar genau deshalb erfolgreich sein. Wer aber aus Desinteresse oder mangelnder Motivation frei in die Tasten hackt und dabei Fehler am laufenden Band produziert, der muss sich nicht wundern, wenn man ihn nicht sonderlich ernst nimmt und langfristiger Erfolg versagt bleibt.

Schreibe Deine Texte und schreibe mit Deinen Worten über Dein Thema, dann wird Deine Ziegruppe Dich finden!

 

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