13 Gründe warum Besucher deinen Blog verlassen und nie zurück kommen

Ein erfolgreicher Blog (gilt auch für Online-Shops und so ziemlich jede Art von Webseite) hat nicht nur viele Besucher. Sie bleiben auch möglichst lange und ermöglichen so erst die Chance auf unterschiedlichste Conversions. Wie auch immer die Besucher auf die eigene Seite gelangen, sei es über Google, Foren, andere Webseiten oder direkte Eingabe der URL. Ist die Absprungrate zu hoch, läuft etwas falsch. Ich zeige in diesem Artikel Gründe, warum ein Besucher deine Seite schnell wieder verlässt und vermutlich auch nie wieder kommt.

absprung

Es gibt zwei wichtige Werte für den Ausstieg eines Besuchers, die ein Webseitenbetreiber im Auge behalten sollte. Zum einen ist das die Ausstiegsrate und zum anderen die Absprungrate, auf die sich dieser Artikel bezieht. Zuvor aber noch eine kleine Definition dieser Begriffe.

  • Ausstiegsrate
    Die Ausstiegsrate ist ein prozentualer Wert und zeigt, wie viele Besucher auf einer bestimmten Seite den Webauftritt wieder verlassen. Im Gegensatz zur Absprungrate ist die Ausstiegsrate nicht ganz so dramatisch. Schließlich muss irgendeine Seite ja die letzte gewesen sein.

    Kommt ein Besucher auf deine Webseite und ruft Seite A, dann B und als letztes C auf, dann ist C die Ausstiegsseite. Verlassen viele Besucher deinen Blog auf Seite C, dann muss das erstmal nichts schlechtes sein. Die Ausstiegsrate ist auf dieser Seite zwar recht hoch, aber vielleicht ist der Besucher hier gegangen, weil seine Fragen beantwortet sind. Anders wäre es, wenn du eine Artikelserie von 10 Artikeln hast und schon auf Seite 2 steigen die meisten aus. Dann solltest du dich um diese Seite kümmern, das genug Anreiz besteht auch noch auf Seite 3 und die restlichen zu gehen.

    Bei der Ausstiegsrate hat der Besucher mehrere Seiten deines Blogs besucht.

  • Absprungrate
    Landet ein Besucher für einen bestimmten Suchbegriff durch eine Suchmaschine auf einer Seite deines Blogs und verlässt diesen innerhalb von 30 Sekunden wieder, ohne einen Link zu klicken oder eine weitere zu besuchen, dann erhöht sich deine Absprungrate. Ist dieser Wert deutlich über 50%, dann ist deine Seite nicht interessant genug, bietet zu wenig Informationen, passt nicht zu den Suchbegriffen oder hat irgendein anderes Defizit. Und genau diese möglichen Probleme behandelt dieser Artikel.

    Bei der Absprungrate hat ein Besucher nur eine einzige Seite für weniger als 30 Sekunden besucht und keine Aktion ausgeführt.

Absprungrate zu hoch – Warum verlässt ein Besucher meinen Blog bereits auf der ersten Seite

Die Aufzählung der möglichen Ursachen startet ganz locker und zeigt zunächst die offensichtlichsten Fehler, die eigentlich jeder kennen sollte. Kann dein Blog hier noch punkten, wird es immer detaillierter und die möglichen Gründe sind nicht mehr ganz so offensichtlich. Für den Besucher aber immer noch Grund genug, das Weite zu suchen.

Zu viel Werbung
Das ist der absolute Klassiker. Wenn es in einem Blog zu viel Werbung gibt, der den eigentlichen Content verdrängt, dann suchen viele direkt das Weite und kommen auch nicht wieder. Die anderen Seiten dürften schließlich genauso aussehen. Werbung zur Finanzierung ist absolut legitim. Aber sie sollte dem Besucher nicht die Sicht versperren oder ihn für X Sekunden zum Betrachten zwingen. Auch die neue Unsitte, dass sich ein halbtransparenter Layer über die Seite legt und erstmal ein paar Fragen beantwortet werden müssen, ist für mich persönlich sofort ein Grund zu gehen. Ein Banner, das sich am Layout der Seite und der Formatierung des Textes anpasst, wird nicht nur eher geklickt, es wirkt auch weit weniger störend.
Keine, zu wenig oder falsche Informationen
Ein schlecht recherchierter Artikel, bei dem selbst einem unbedarften Besucher sofort falsche Informationen auffallen, ist eine direkte Einladung zum Gehen. Google und viele andere sagen “Content is King” und in diesem Fall stimmt das auch. Selbst wenn die Informationen stimmen, aber nur unvollständig sind, geht der Leser schnell wieder. Findet er nur das oberflächliche Geschreibsel, das schon in den 2 Blogs stand, in denen er zuvor war, dann wird er gehen und auch nicht wiederkommen. Aber nicht nur zu wenig Text kann schädlich sein.
Zu viel Text schreckt Besucher ab
Wenn ich nach einer Lösung zu meinem Problem suche, dann möchte ich keine Romane und endlose Erklärungen lesen. Ich kenne einige Blogs, die im Grunde gut sind und auch wirklich interessante Informationen liefern. Aber es fällt mir immer wieder schwer, mich durch das ganze Geschreibsel zu wühlen, bis endlich der interessante Teil kommt. Ich überfliege meist nur ein paar Absätze und gehe dann oft wieder. Oftmals steckt im Kopf des Bloggers der Gedanke, dass viel Text für Google untergebracht werden muss. Leider stimmt das sogar. Ich habe kurze und knackige Artikel mit gebündelten Informationen geschrieben, die Google nicht wirklich zu interessieren scheinen. Dann habe ich den Artikel mit 2000 Wörter Geschwafel aufgefüllt und siehe da, der Artikel ist auf Seite 1.
Überschriften wecken falsche Erwartungen
Reißerische Überschriften sorgen nicht nur in Blogs für einen Klick. Bringt der Artikel aber nicht die erhofften Informationen, ist der Besucher weg. Kommt das häufiger vor, dann sogar für immer. Man sollte Überschriften schon so interessant wie möglich gestalten, aber im eigentlichen Text sollte es dann auch genau um das Thema gehen.
Deine Webseite ist zu langsam
Sollte sich deine Seite zu viel Zeit lassen, dann warten viele Besucher nicht mehr und suchen lieber woanders. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich nicht die Millisekunden zähle, wenn ich andere Seiten besuche. Auch wenn eine Seite mal 2 Sekunden dauert, bin ich nicht sofort weg. Man muss sich mal überlegen, was 2 Sekunden sind. Früher wurde in Stunden und Tagen gerechnet. 2 Sekunden reichen nicht mal, um einen Schluck Kaffee zu nehmen und die Tasse wieder auf den Tisch zu stellen. Dauert aber jede Seite 2 Sekunden, dann stört das den Lesefluss. Vor allem wenn ein Artikel aufgeteilt wurde, eine Bilderstrecke durchlaufen oder in Tabellen geblättert wird.

In dem Fall sollte man sich Gedanken machen und prüfen, ob der Server vielleicht überlastet ist. Liegt es nicht an der Hardware, dann laufen vielleicht zu viele Plugins im Hintergrund? Einfach mal der Reihe nach deaktivieren und die Ladegeschwindigkeit prüfen. Wurde ein Übeltäter gefunden, dann gibt es zumindest bei WordPress gefühlte 100 Alternative, die das gleiche leisten, ohne den Server lahmzulegen.

Bei Bildern gibt es auch oft Probleme. Nicht selten sind diese viel zu groß und nicht optimal komprimiert. Selber merkt man das kaum, wenn man seine Seite zum x-ten Mal aufruft. Die Bilder sind alle im Browsercache und die Seite lädt schnell. Aber was ist mit den neuen Besuchern, die nichts von deiner Seite im Cache haben? Vielleicht lädst du mal eines deiner Bilder auf diese Webseite und schaust, wie viel bei der Komprimierung ohne Qualitätsverlust herauszuholen ist.

Liegt es doch am Server, sollte man sich nach einem neuen, schnellen Webhoster* umsehen.

Deine Links sind einfach zu interessant
Andere Quellen zu verlinken ist gar nicht schlecht und bietet sogar positive Effekte. Schreibst du aber einen Artikel mit diversen Informationen und nutzt dann möglichst weit vorne einen Link mit einem Ankertext wie …noch mehr Informationen gibt es auf…. Ja warum sollte der Besucher dann noch bei dir bleiben, wenn die andere Seite noch mehr Informationen liefert? Klingt vielleicht blöd, aber ich mache es selber auch nicht anders. Klingt ein Link oder eine Ressource noch interessanter, als das was ich gerade lese, dann wär ich ja blöd, wenn ich nicht klicke. Schließlich suche ich nach Antworten und nicht nach einem Zeitvertreib.

Wenn ein Link gesetzt wird, dann nicht direkt zu Beginn. Trage erst deine Informationen vor und verlinke dann. Zudem sollten alle Links das Attribut target=”_blank” enthalten. Damit wird ein neues Fenster/ein neuer Tab geöffnet und deine Seite nicht verlassen.

Desktop top – Mobile flop
Ist deine Seite auf den Desktopbrowser ausgelegt und nutzt diesen auch mit allem was er kann aus, dann bleiben Smartphones und Tablets auf der Strecke. Der Besucher muss in alle Richtungen scrollen, sieht nicht mehr alle Tabellenfelder, Bilder sind viel zu groß? Erscheinen graue Boxen mit dem Inhalt Dieses Plugin ist nicht installiert? Benutzt du WordPress als Basis, dann suche dir ein Theme, dass Responsive Layout unterstützt. Immerhin sind oft mehr als die Hälfte der Besucher mobil unterwegs.

Lass Google deine Webseite auf mobile Benutzerfreundlichkeit testen.

Fall nicht mit der Tür ins Haus
Ich mag es persönlich nicht, wenn als erstes gleich ein Popup erscheint, in dem ich meine Email Adresse eintragen soll und erstmal der Button zum Schließen gesucht werden muss. Auf dem Smartphone ist dieser teilweise sogar außerhalb des Bildschirms, sodass ich erstmal ins Querformat wechseln muss. Das ist nicht wirklich besser als Popup-Werbung. Manche Blogs lassen mich erst an den Artikel, wenn ich unsinnige Fragen beantwortet habe.
Viel Lärm schreckt ab
Das viele Artikel mit YouTube Videos unterlegt sind, ist im Grunde keine schlechte Idee. Das diese oftmals auf Autostart gesetzt sind umso weniger. Wird eine Seite geladen und beginnt währenddessen schon mit Sprache oder Musik, dann klicke ich ganz schnell auf den Zurück-Button. Nicht selten sind die eingebetteten Videos ganz weit unten oder zwischen Bildern in der Seitenleiste und ich habe oft eine Weile gesucht, bis ich es endlich abstellen konnte. Mittlerweile mach ich das aber nicht mehr und verlasse die Seite einfach. Besonders dann, wenn ich zuvor ein Video geschaut hab und den Lautstärkeregler ziemlich weit oben hatte, weil der Ton zu leise war. Das ungewollte Video macht dann so richtig Krach und jeder schaut zu mir hinüber. Videos sind gut, aber der Besucher sollte selber entscheiden, wann und ob er es überhaupt sehen und hören will.
Bleibe beim Thema
Wenn ich aufgrund der Überschrift einen Artikel anklicke, dann erwarte ich dazu auch eine Lösung. Schweift der Artikel allerdings immer wieder davon ab, dann verliere ich das Interesse. Durch planlose Informationen fällt es auch Google schwer, den Artikel richtig einzuordnen. Im Ergebnis wird der Artikel auch zu falschen Keywords in den Suchergebnissen angezeigt. Strukturiere den Artikel durch Überschriften und Aufzählungen. Nutze an diesen Stellen relevante Keywords, um auch die richtigen Besucher zu bekommen.
Gib deinen Besuchern einen roten Faden
Die Keywords stimmen, der Artikel ist von Interesse und bietet dem Besucher sogar eine Lösung. Aber was dann? Warum sollte er jetzt noch bleiben? Was hat dein Blog noch zu bieten? Weitere relevante Artikel sollten jetzt manuell oder über ein Plugin folgen. Auch im Artikel kann der Besucher mit internen Links zu weiterführenden Erklärungen geleitet werden.

Sage deinen Besuchern, das der Artikel Updates bekommt, sobald neue Informationen vorliegen. Verlinke auf weiterführende Artikel und liste andere relevante Artikel. Eine Umfrage am Ende des Artikels kann den Besucher zusätzlich eine Weile binden. Auch wenn er selber nicht voten will, so interessiert ihn vielleicht das Ergebnis.

Mach deinen Artikel lesbar
Egal wie lang der Artikel auch sein mag. Wenn er nur aus Fließtext besteht, ist es sehr ermüdend ihn zu lesen. Schreibe kurze Absätze mit Zwischenüberschriften. Nutze Aufzählungen die kurz und bündig Lösungsansätze vermitteln. Nutze Formatierungen wie Fettdruck oder Kursiv, um wichtige Passagen hervorzuheben. Diese wertet Google ebenfalls als relevant und kann die Seite besser einordnen. Bilder können ebenfalls auflockern, müssen aber nicht unbedingt sein, da sie die Ladezeiten erhöhen.

Wenn du keine wissenschaftliche Abhandlung schreibst, dann nutze Worte, die deine Leser auch verstehen. Mit vielen Fremdwörtern liefert man nur noch mehr Fragen als Antworten.

Verteile umfangreiche Informationen auf mehrere Artikel
Punkt 3 ist zwar schon auf einen langen Text eingegangen, aber manchmal lässt er sich einfach nicht vermeiden. Wenn es einfach zu viele Informationen gibt, weil das Thema zu umfangreich ist, dann ist es besser den Artikel aufzuteilen. Mach eine Artikelserie daraus, deren einzelne Artikel im Abstand von X Tagen veröffentlicht werden. Weise den Besucher darauf hin und er wird sicher wiederkommen, wenn der nächste Artikel erscheint und die anderen Punkte dieser Auflistung beachtet wurden.

Dieser Artikel nähert sich jetzt langsam der 2000 Worte Marke, die eine echte Schmerzgrenze ist und das kann viele überfordern. Informationen lassen sich auch einfacher verarbeiten, wenn sie in Etappen kommen und in der Zwischenzeit umgesetzt werden können.

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