Wie passen Absprungrate und schlechtes Suchmaschinen-Ranking zusammen?

Wer für seine Webseite ein Analysetool wie beispielsweise Google Analytics verwendet, der ist sicherlich schon einmal über den Begriff Absprungrate gestolpert. Jetzt fragt man sich natürlich, was das genau heißt und welche Auswirkung das auf mein Ranking, also auch meinen Erfolg, hat. Kann ich mein Ranking durch eine niedrigere Absprungrate verbessern? Wenn das so wäre, wie bringe ich meine Besucher dazu, meine Webseite nicht schon auf der Startseite wieder zu verlassen? Warum hat Google eine andere Definition der Absprungrate? Wie kann ich mit Google Analytics trotzdem die reale Absprungrate ermitteln? Diese Punkte möchte ich heute etwas genauer betrachten.

Was ist die Absprungrate überhaupt?

Eigentlich bedeutet es, das der Besucher die Startseite bestenfalls überflogen und nach 5 bis 10 Sekunden wieder verlassen hat. In den meisten Fällen heißt das, das die Seite nicht interessant (genug) für den Leser war. Aber warum beginnt der Satz mit dem Wort “Eigentlich”? Google Analytics hat ein etwas anderes Verständnis vom Absprung, was immer wieder ein Kritikpunkt war. Für Google handelt es sich bereits um einen Absprung, wenn der Besucher nur die Startseite besucht, egal wie lange er dort gewesen ist. Handelt es sich beispielsweise um eine Seite mit einem langen Artikel, der aufmerksam gelesen wurde, dann wird dieser Besuch trotzdem der Absprungrate zugewiesen, wenn keine weitere Seite besucht wurde. Ich denke hier kann man den Grund der Kritik schon erkennen. Google könnte diese Seite fälschlicherweise als uninteressant werten und das auch in das Ranking einfließen lassen.

Hat die Absprungrate Auswirkungen auf das Suchmaschinen-Ranking?

Für Google ist die Absprungrate ein Kriterium für die Beliebtheit und Aktualität einer Webseite. Auch wenn sie vermutlich nicht als Zahl in die Bewertung einfließt, so wertet Google dennoch den Verbleib auf der Webseite im Vergleich zu ähnlichen Seiten. In einer Forendiskussion mit einem Google Mitarbeiter wurde mir gesagt, das ich immer darauf achten muss, das die Besucher auf der Webseite bleiben und nicht so schnell wieder gehen. Wenn das kein Wink mit dem Zaunpfahl war 😉
Zu diesem Thema habe ich mehrere interessante Artikel gefunden. Einer von denen ist dieser. Wer des Englischen mächtig ist, sollte ihn sich durchlesen.

Welche Absprungraten sind normal?

Hier gibt es keine festen Werte und wenn, dann würde Google sie uns nicht verraten. Je nach Art der Webseite sind diese Zahlen auch sehr unterschiedlich. So wird ein Shop deutlich niedrigere Zahlen haben, da die meisten Menschen gerne durch die Waren stöbern. Auch wenn sie gar nicht vorhaben zu kaufen. Seiten die täglich News bringen werden oft nur überflogen. Jeder kennt das sicher. Man liest die Überschriften an, findet nichts Interessantes für sich und kommt später oder am nächsten Tag wieder. Damit ist diese Seite und ihre Informationen nicht schlecht. Nur im Moment ist halt nichts für mich dabei. Google vergleicht diese Seite aber auch nicht mit dem Web-Shop, sondern mit gleichartigen Seiten, auf denen die Benutzer ein ähnliches Verhalten aufweisen.

Wie senke ich meine Absprungrate?

Selbst wenn Google sich überhaupt nicht für die Absprungrate interessieren würde, sollte man sie so gering wie möglich halten. Immerhin sollen die meisten Seiten auch etwas Geld einbringen und dazu müssen die Banner und Angebote der Affiliate-Partner natürlich auch angezeigt werden. Daher ist es wichtig dafür zu sorgen, das der Besucher nicht nur ein paar Überschriften überfliegt und dann wieder geht. Mit welchen Mitteln kann ich das erreichen?

  • Mit der Überschrift
  • Logischerweise ist die Überschrift das wichtigste an der Überschrift. Mit ihr steht und fällt das Interesse der Leser. Sie sollte nicht zu lang sein und schonmal das Interesse wecken. Am besten bringt man die wichtigsten Keywords aus dem Artikel in ihr unter. Danach wurde in der organischen Suche schließlich gesucht. Dieser Artikel beschäftigt sich mit “Absprungrate” und “Ranking”. Also müssen diese beiden Begriffe auch in der Überschrift zu lesen sein. Wenn jemand nach diesen Worten gesucht hat und dieser Artikel auch in der Übersicht steht, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, das auch auf die Überschrift geklickt wird.

  • Eine Einleitung die Lust auf mehr macht
  • Das Vorspiel ist wichtig, das wissen wir alle. Hier darf ich nicht nur ein paar Zeilen vom Textanfang setzen, damit überhaupt Text vorhanden ist. Das Thema sollte ganz kurz umrissen werden und wenn man dem Leser dann noch ein paar Fragen stellt, dann will er dazu auch die Antworten lesen und klickt auf den Artikel.

  • Ähnliche Artikel aufführen
  • Wenn ein Leser durch eine Suchmaschine in einem Artikel landet, der ihn interessiert, dann liegt es natürlich nahe ihm weitere Artikel zu zeigen, die sich mit dem gleichen Thema beschäftigen. Das lässt sich in einem WordPress Blog mit einem einfachen Plugin wie Related Posts recht schnell realisieren.

  • Biete dem Leser eine Suchfunktion an
  • Wichtig ist dabei aber, das diese Suche auch sofort zu sehen ist. Wenn der Besucher deinen Artikel interessant fand, dann wird er vielleicht die Suche benutzen, um weitere Artikel von dir zu lesen.

  • Fasse Artikel zusammen
  • Warum sollte ich mehrere Artikel in einem zusammenfassen? Gerade bei Blogs, die täglich Artikel veröffentlichen kann diese Methode sehr hilfreich sein. Natürlich sollten die Artikel in der Regel alle einzeln verfasst werden. Aber genau das kann auch für eine höhere Absprungrate sorgen. Gerade regelmäßige Besucher überfliegen die Überschriften und gehen wieder, wenn gerade nichts für sie dabei ist. Wenn aber immer einer der 10 Artikel auf der Startseite eine Kombination ist, dann sieht das schon anders aus. In einem Beispiel könnte das folgendermaßen aussehen:
    Ein Blog berichtet über Schnäppchen und schreibt zu jedem Schnäppchen einen Artikel. Das ist soweit ok und macht den Blog leserfreundlich und übersichtlich. Ein Artikel auf der Startseite heißt jetzt aber:
    Tolles Netbook zum Schnäppchenpreis und 2 weitere Geheimtipps des Anbieters im Artikel.
    Dann kann man sich sicher sein, das der Artikel auch angeklickt wird. Hier siegt bei den meisten garantiert die Neugier. Man könnte schließlich genau das verpassen, was man schon ewig sucht. In einem meiner Blogs hab ich genau das gemacht und seitdem ist die Absprungrate über 20% geringer als zuvor.


Google Analytics mit realistischeren Werten

Wie ich eingangs schon erwähnt hab, sieht Google die Absprungrate etwas anders. Das mag vielleicht aus deren Sinn durchaus Sinn machen. Aber für viele Blogs ist es dennoch interessant die reale Absprungrate zu kennen. Denn was sagt ein Wert von 70% schon aus, wenn mindestens die Hälfte gar nicht abgesprungen ist, sondern sich die Artikel auf der Startseite oder der Ergebnisseite aus der organischen Suche komplett durchgelesen hat?
Der folgende Code kann in den Quelltext von Google Analytics eingefügt werden und fortan zeigt die Absprungrate nur diejenigen an, die wirklich sofort wieder gehen.

Beim asynchronen Tracking wird unter der letzten _gaq.push Zeile folgendes ergänzt:
setTimeout(‘_gaq.push([\’_trackEvent\’, \’NoBounce\’, \’Over 10 seconds\’])’,10000);

Sollte kein asynchrones Tracking verwendet werden (Bitte in den Analyticseinstellungen vorher checken) dann wird unter der pageTracker._trackPageview(); Zeile folgendes eingefügt:
setTimeout(‘pageTracker._trackEvent(\’NoBounce\’, \’NoBounce\’, \’Over 10 seconds\’)’,10000);

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