Das Büro in der eigenen Wohnung – Was muss beachtet werden?

Selbständigkeit heißt zu arbeiten, wann man es möchte. Man kann bis Mittags schlafen und dann im Zimmer nebenan sein Geld verdienen. So könnte es natürlich sein, aber ob man dann auch erfolgreich ist, ist eine andere Frage. Das Büro in der eigenen Wohnung kann allerdings von Vorteil sein. Man sollte hier aber einige Dinge beachten, die vor allem auch die Kosten betreffen. Nicht immer ist eine vermeintlich offensichtliche Einsparung am Ende noch vorhanden.

Ich arbeite selber in einem Heimbüro und bin damit sehr zufrieden. Aber jeder hat hier seine eigenen Vorstellungen von einer effektiven und angenehmen Arbeit. Daher sollte man auch seine persönlichen Vorlieben berücksichtigen und nicht nur auf die Kosten sehen. Eine kleine finanzielle Ersparnis kann durch ineffektives Arbeiten zunichte gemacht werden.

Die Vorteile des Home-Office

  • Keine Fahrtwege zur Arbeit
  • Das spart natürlich nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Je nachdem wie weit das gemietete Büro von der Wohnung entfernt wäre, können das schon mehrere hundert Euro im Monat sein.

  • Keine Mietkosten
  • Auch hier spart man wirklich bares Geld. Dieses kann man an anderer Stelle in den Betrieb investieren oder gönnt sich eine größere Wohnung, in der dann auch ein großes Büro Platz findet. Natürlich kann man dieses Geld auch einfach ausgeben, indem man sich ein großzügigeres Gehalt gönnt.

  • Freiere Zeiteinteilung
  • Im Gegensatz zum externen Büro lassen sich viele Arbeiten in den eigenen 4 Wänden flexibler mit dem normalen Alltag verbinden. Während man zuhause auch private Dinge erledigen kann, muss man im externen Büro dafür seinen Arbeitsort verlassen, wodurch natürlich Fahrtzeiten und auch Fahrtkosten entstehen.

  • Mehr Familiennähe
  • Besonders wenn Kinder vorhanden sind, dann ist man bei Problemen schneller greifbar und kann sich auch am normalen Tagesablauf beteiligen.

  • Steuerlich absetzbar
  • Ein getrennter Arbeitsraum kann natürlich auch steuerlich geltend gemacht werden. Somit lassen sich die Kosten einer größeren Wohnung wieder kompensieren.

Aber alles hat natürlich auch seine Kehrseite und die sollte man sich sehr genau ansehen. Hier kann das vermeintlich gesparte Geld an anderer Stelle wieder verloren werden.

Die Nachteile des Heimbüro

  • Leichter ablenkbar
  • Dadurch das man für die Familienmitglieder jederzeit greifbar ist, steigt auch die Gefahr, öfter als gewünscht abgelenkt zu werden. Gerade wenn noch kleinere Kinder im Haushalt leben, dann bekommt man häufiger “Besuch”. Man sollte hier versuchen eine klare Aufteilung zwischen Arbeit und Privat zu schaffen. Grundsätzlich möchte man zwar die Familiennähe, aber ein paar Stunden sollten ohne Störung möglich sein, damit Aufgaben erledigt werden können, die eine hohe Konzentration erfordern oder in denen die anstehenden Telefonate durchgeführt werden.

  • Kostenteilung kann schwierig sein
  • In einem Büro stehen diverse Geräte und je nach Art und Umfang der Arbeit kann hier eine Menge Strom verbraucht werden. Die steuerliche Absetzbarkeit kann problematisch werden, da in den meisten Fällen kein gesonderter Zähler vorhanden ist

  • Versicherungsverträge genau prüfen
  • Besonders wichtig ist natürlich auch eine entsprechende Absicherung. Während das externe Büro entsprechend mit eigenen Versicherungspolicen abgesichert ist, besteht in der privaten Wohnung nur die normale private Absicherung wie Privathaftpflicht, Hausrat- und Wohngebäudeversicherung. Ob und wie weit hier auch der gewerbliche Bereich versichert ist, sollte geprüft und gegebenenfalls durch eine entsprechende Erweiterung oder einen neuen Vertrag ergänzt werden. Hier ist eine Beratung unerlässlich und man sollte sich über mögliche Gewerbeversicherungen informieren. Eine Hausratversicherung in der auch das Gewerbe enthalten ist, gibt es bereits ab 2,50 EUR monatlich.

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