Basics für den erfolgreichen Start als gewerblicher Verkäufer bei eBay©

Dieses Tutorial richtet sich an Neulinge, die ihr Geschäft ausdehnen und den Marktplatz von eBay nutzen wollen. Neben den strengen rechtlichen Anforderungen sind auch einige technische Hürden zu meistern. Das reicht von der Wahl der richtigen Verkäufertools bis zur Limitierung seitens eBay im Verkauf. Wie der Start von der Eröffnung eines Accounts bis zum ersten Verkauf aussieht, beschreibt dieser Artikel.

auktion-start

Ebay ist dem Untergang geweiht, niemand kauft mehr auf eBay und ähnliche Sprüche bekommt man laufend im Internet zu lesen. Die Zahlen des Unternehmens sagen aber etwas ganz anderes und Händler können nach wie vor dort ihr Geld verdienen. Vom einstigen Verkauf der Dachbodenfunde hat sich das Online-Auktionshaus jedoch schon weit entfernt. Ein großer Teil der Angebote wird von gewerblichen Händlern angeboten und wenn man hier mitmischen will, sollte einiges beachtet werden.

Gewerblichen Account erstellen

Der erste, aber auch gleichzeitig elementarste Schritt, ist das Erstellen eines gewerblichen Accounts. Wer seine Produkte auf eBay verkaufen möchte, sollte erst gar nicht mit einem privaten Account herumspielen. Die Risiken (Finanzamt, Abmahnungen) sind dafür einfach zu groß. Ein Gewerbeschein und korrekte Steuererklärungen sind ebenfalls Pflicht.

Die Anmeldung dazu erfolgt nicht über die Registrierfunktion der Webseite, sondern über ein separates Anmeldeformular.

Sind alle Unternehmensdaten, einschließlich Umsatzsteuer-Identifikationsnummer eingetragen, kann der Account beantragt werden. Die Aktivierung erfolgt über einen PIN, der telefonisch oder per Post übermittelt werden kann. Soll ein bereits vorhandenes Privatkonto genutzt werden, kann der Kontotyp in Persönliche Daten in der Rubrik eBay-Konto geändert werden. Das kann durchaus Sinn machen, wenn damit bereits viele positive Bewertungen gesammelt wurden. Auf den Status des Verkäufers haben diese zwar keinen Einfluß, aber rein optisch vermittelt ein Account mit guten Bewertungen mehr Vertrauen.

↑ Inhaltsverzeichnis

Rechtstexte erstellen

Bevor der erste Artikel eingestellt wird, ist es wichtig, sich zunächst um die rechtlichen Aspekte zu kümmern. In Deutschland gibt es strenge Regeln und kleinste Verstöße können Abmahnungen mit 4-stelligen Beträgen zur Folge haben. Dazu wechseln wir in die Kontoeinstellungen. Hier wählen wir dann das Menü Einstellungen.
ebay-konto-einstellungen

Hier scrollen wir recht weit nach unten, bis wir zu den Einstellungen für gewerbliche Verkäufer kommen.
ebay-gewerbliche-einstellungen

Hier bearbeiten wir Rechtliche Informationen des Verkäufers. Im ersten Schritt ergänzen wir fehlende Angaben in der Anbieterkennzeichnung. Diese ist vergleichbar mit dem Impressum unserer Webseite oder Online-Shops. Daher müssen natürlich alle erforderlichen Angaben gemacht werden. Neben Anschrift, Telefon, Email und USt.-IdNr. müssen manche Unternehmen auch noch zusätzliche Angaben machen. Das kann die Zugehörigkeit einer Kammer oder eine besondere Erlaubnis sein.

Im nächsten Schritt ist die Widerrufsbelehrung dran. In diesem Bereich gibt es viele Abmahnungen, wenn keine Belehrung existiert, diese fehlerhaft oder veraltet ist. Um Das Risiko möglichst gering zu halten, ist eine vorgefertigte Erklärung einer Anwaltskanzlei hilfreich. Diese bekommt man über verschiedene kostenpflichtige Pakete oder gänzlich kostenlos. Dann allerdings ohne Haftungsübernahme. Wo man solche Rechtstexte bekomm, habe ich in diesem Artikel beschrieben.

Als letzten Punkt müssen noch Allgemeine Geschäftsbedingungen eingefügt werden. Auch hier lassen sich viele Fehler machen und es ist empfehlenswert, diese ebenso wie die Widerrufsbelehrung von Experten erstellen zu lassen. Ich nutze sowohl die Widerrufsbelehrung als auch die AGB und Datenschutzerklärung in der kostenlosen Variante von Trusted Shops. Da eBay kein zusätzliches Feld für eine Datenschutzerklärung bietet, empfehlen die Experten, diese einfach an die AGB zu hängen.

Wichtig: Werden an diesen Texten irgendwann Änderungen vorgenommen, dann wirkt sich das nur auf neue Auktionen aus. Bereits laufende Auktionen haben weiterhin die alten Texte. Um bestehende Angebote zu ändern, müssen diese in Mein eBay über die Checkboxen ausgewählt werden. Danach wählen wir Überarbeiten. Auf diese Weise können bis zu 200 Angebote gleichzeitig aktualisiert werden.

↑ Inhaltsverzeichnis

Verkaufsmanager von eBay nutzen

Ein neu erstelltes, gewerbliches Konto unterscheidet sich im Verkauf nur unwesentlich vom Privatkonto. Um Auktionen leichter erstellen und verwalten zu können, bietet eBay den Verkaufsmanager in einer kostenlosen und einer kostenpflichtigen Pro Variante. Um den Verkaufsmanager, egal in welcher Variante, zu aktivieren, bietet eBay eine separate Seite. Auch in Mein eBay unter Abonnements kann er aktiviert werden.

Die Vorteile des Verkaufsmanager sind:

  • E-Mail-Vorlagen für die einfache Erstellung von E-Mails an die Käufer
  • Einfachere Bearbeitung laufender Auktionen
  • Gebündeltes wiedereinstellen verkaufter und nicht verkaufter Artikel
  • Rechnungen und Versandetiketten drucken
  • Bewertungskommentare speichern und wieder verwenden
  • Alle Verkaufsaktivitäten überwachen

Der kostenpflichtige Verkaufsmanager Pro ermöglicht zusätzlich das Verwalten des Warenbestandes, automatisierte Serien-E-Mails und -Bewertungen, Labeldruckfunktion und mehr. Für den Start ist die Gratisversion jedoch absolut ausreichend.

↑ Inhaltsverzeichnis

Limits rund um das eBay-Konto

Als neuer Verkäufer hat man seit einigen Jahren mit Limits zu kämpfen. Diese können für einige Anbieter so niedrig sein, dass sie keinen einzigen Artikel verkaufen könnten.
ebay-verkaufslimits

10 Artikel und 500 EUR sind sehr wenig. Wer hochpreisige Artikel verkauft, kann unter Umständen dieses Limit bereits mit einem einzigen Artikel überschreiten. Aber auch Waren mit geringen Preisen können aufgrund ihrer Beschaffenheit einen Start komplett verhindern. Als Beispiel können hier Textilien genannt werden. Wer ein T-Shirt in 2 Farben und 6 Größen anbieten möchte, wird bei der Erstellung der Auktion darauf hingewiesen, dass die Limits überschritten werden. Durch 2 Farben und 6 Größen kommen wir auf 12 Variationen, die eBay alle als eigenständige Artikel behandelt. Jetzt sollte man aber nicht gleich die Flinte ins Korn werfen und eBay den Rücken kehren.

Mit meinem Geschäftskonto hatte ich genau dieses Problem. Es war einige Jahre inaktiv und die Limits wurde automatisch auf ein Minimum reduziert. Letztlich habe ich dann über das Menü Hilfe auf der Webseite den Kontakt zum Support gesucht. Dieser rief mich nach wenigen Minuten an und nach Schilderung meines Problems wurden meine Limits deutlich angehoben, sodass ich problemlos starten konnte.

Wie man in den Wald ruft…

Es nutzt wenig, sich aufzuregen und seinen Frust am Supportmitarbeiter auszulassen. Mit einem sachlichen Gespräch und einer kurzen Erklärung, was man vor hat, kommt man deutlich weiter. Auch mein bestehender Online-Shop war an dieser Stelle hilfreich, den sich der eBay Mitarbeiter angeschaut hat. Nachdem er dann davon überzeugt war, das ich keine illegalen Geschäfte mache und meine Produkte absolut legal sind, hat er meine Limits sogar weiter angehoben, als ich es gewünscht hatte.

↑ Inhaltsverzeichnis

Lohnt sich der eBay Shop?

Werden mehr Produkte verkauft, kann sich auch der eBay Shop rechnen. Monatlich werden in der Basisversion 29,95 EUR fällig. Arbeitet man nur mit dem Verkaufsmanager, lassen sich pro Monat bis zu 40 Festpreisangebote gratis einstellen. Mit einem Shop hat man zum einen gleichzeitig die Pro Version des Verkaufsmanagers und kann bis zu 400 Festpreisartikel gratis einstellen. Auf die Limits hat das jedoch keinen Einfluss. Liegt dieses bei 100 Artikel, dann können auch nur 100 der 400 möglichen kostenlosen Festpreisangebote ausgenutzt werden.

Ein weiterer Vorteil besteht im besseren Ranking. An welcher Position die eigenen Artikel bei einer Suchanfrage gelistet werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der Shop ist zwar kein direkter Faktor, ist aber dennoch hilfreich. Durch Klicks und Verkäufe “erarbeitet” sich das Angebot im Laufe der zeit bessere Positionen. Ist die Auktion ausgelaufen, muss der Artikel neu eingestellt werden und beginnt seine Reise von vorne. Im Shop können Artikel bis auf Widerruf eingestellt werden und enden dadurch nie. Wer jetzt darauf achtet, einen Artikel nie auslaufen zu lassen und ihn immer wieder rechtzeitig “auffüllt” kann sich sehr gute Positionen im Ranking erarbeiten. Und das schlägt sich spürbar positiv auf die Verkaufszahlen wieder.

↑ Inhaltsverzeichnis

Die Basics für den Start sind mit diesen Schritten weitgehend erfüllt. Wie sich Artikel besser verkaufen lassen, werde ich im nächsten Artikel behandeln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.