YouTube ohne AdSense – Alternative Einnamequellen

Vor einigen Wochen hat Google ein weiteres Mal die Voraussetzungen für die Monetarisierung der YouTube Videos geändert. Kleinere YouTuber, die zumindest ein paar Euro zusätzlich verdient haben, schauen nun in die Röhre. Wer kann jetzt noch Geld mit YouTube verdienen und welche Alternativen gibt es für diejenigen, die die Voraussetzungen nicht mehr erfüllen?

Bislang waren die Voraussetzungen zur Monetarisierung der eigenen YouTube Videos recht moderat. Die Werbetreibenden haben allerdings massiv Druck auf Google ausgeübt, sodass Änderungen unumgänglich waren. Große Konzerne haben im vergangenen Jahr angekündigt, ihre Anzeigenschaltungen auszusetzen, da diese immer häufiger unter gewaltverherrlichenden Videos gezeigt wurden. Das hat vor allem Let’s Player hart getroffen, da diese in erster Linie über Werbeeinblendungen Geld verdient haben.

Die neuen Mindestanforderungen für AdSense auf YouTube

Durch die neuen Mindestanforderungen sind viele kleine Kanäle durch das Raster gefallen. Aber auch größere Kanäle, die ein sehr spezielles Programm haben, können durchaus entmonetarisiert worden sein. Gerade im Bereich der Reviews ist das möglich, wenn es um hochpreisige Produkte geht.

  • Mindestens 1.000 Abonnenten
    1000 Abonnenten hört sich erstmal nicht viel an. Viele YouTuber, denen man folgt, haben Abonnenten im 5 oder 6-stelligen Bereich. Aber gerade die ersten 1000 sind nicht leicht zu erreichen und dauern eine ganze Weile. Wer aber fleißig seinen Kanal bewirbt, sollte diese Hürde in absehbarer Zeit erreichen.
  • Wiedergabezeit von 4.000 Stunden in den letzten 12 Monaten
    Auf den ersten Blick sind dies einfach nur Zahlen und man kann sich nur schwer vorstellen, was diese bedeuten. Am einfachsten lässt sich dies anhand eines Beispiels berechnen. Nehmen wir an, du erstellst ein Video, das eine Länge von 9 Minuten hat. Kalkulieren wir hier die Abbrecher mit ein, dann kommen wir mit einer vorsichtigen Schätzung auf ca. 2 Minuten Watchtime pro Klick. Sollte dein Video schlecht getaggt sein, kann die Rate natürlich noch deutlich schlechter sein. Als Admin kannst du jederzeit die Watchtime deiner Videos ansehen.

    Jetzt lässt sich die Mindestanforderung einfach kalkulieren. 4000 Stunden entsprechen 240.000 Minuten. Mit den oben angenommenen Werten braucht dein Video also mindestens 120.000 Klicks im Jahr, damit die vorgegebene Watchtime erreicht wird. Für eine solche Klickrate muss man aber schon recht bekannt sein. Sobald man aber regelmäßig Videos veröffentlicht, verteilen sich die Minuten schon deutlich besser. Da die 4000 Stunden aber immer für die letzten 12 Monate gerechnet werden, muss man am Ball bleiben und darf sich nicht auf den vorhandenen Videos ausruhen. Je nach Thema wird die Klickrate immer weiter sinken.

Während die 1000 Abonnenten mit Fleiß erreicht werden können, muss man bei der Watchtime immer am Ball bleiben und ständig neues Material hochladen, um nicht wieder unter die Hürde zu fallen. Für viele Kanäle dürfte also gerade der zweite Punkt ein Grund sein, sich nach Alternativen umzusehen und komplett auf AdSense zu verzichten. Durch die fehlende Werbung am Anfang deines Videos kann die Absprungrate sogar deutlich sinken.

Die besten Alternativen für AdSense auf YouTube

Es ist natürlich ärgerlich, als kleiner Kanal auf eine einfache Einnahmequelle zu verzichten. Aber sind wir mal ehrlich. Wer unterhalb der Hürde liegt, verdient ohnehin nur so wenig, dass er Monate auf eine Auszahlung warten muss. Der Verlust dürfte also nur sehr gering sein. Gleichzeitig kann der Verzicht auf die teils lästige und teilweise nicht abbrechbare Werbung am Anfang eines Videos sogar Vorteile bringen. Die Abbruchrate dürfte sich spürbar verbessern, was sich auch in der schneller steigenden Abonnentenzahl bemerkbar machen sollte. Der Zwangsverzicht auf AdSense kann zudem auch den Blick auf neue Möglichkeiten frei machen, die vielleicht sogar deutlich mehr Geld einbringen.

Affiliate Marketing

Eine einfache und mit recht niedrigen Hürden versehene Möglichkeit bietet das Affiliate Marketing. Alte Hasen kennen es natürlich und verdienen damit weit mehr als über die Werbung mit AdSense. Viele Neulinge beachten sie aber nicht oder schieben sie bewusst nach hinten. Neben unzähligen Partnerprogrammen und Affiliate Netzwerken gibt es auch ein Partnerprogramm von Amazon. Wer dort schon einmal gekauft hat, weiß, das es fast nichts gibt, dass es dort nicht gibt. Einmal in das Partnerprogramm aufgenommen, ist stets eine Statusleiste zu sehen, die mit einem Klick einen Partnerlink zum gerade geöffneten Artikel erstellt.

Wunschzettel bei Amazon

Statt eine Provision für einen Artikel zu bekommen, kann man sich diesen auch kaufen lassen. Dazu legt man einen Wunschzettel bei Amazon an und macht diesen öffentlich. Wenn man es nicht übertreibt und bezahlbare Artikel einfügt, dann wird der eine oder andere treue Zuschauer vielleicht auch mal einen Kauf tätigen. Der eine oder andere Kanal hat auch mal ein größeres Geschenk bekommen. So hat ein Bekannter ein neues Mikrofon bekommen. Ein paar Zuschauer haben zusammengelegt, weil die Inhalte wirklich gut sind, aber der Sound aus der Kamera einfach nur schlecht war.

Sponsored Videos

Man kann sich natürlich auch ein komplettes Video bezahlen lassen. In diesem Fall fließt entweder ein Geldbetrag oder man darf die beworbene Ware behalten. Hier entscheidet jedoch der Preis über die Kennzeichnungspflicht des Videos. Weiter unten gehe ich noch genauer auf Informationspflichten ein. Allerdings dürfte ein kleiner Kanal kaum in den Genuss dieser Geschenke bekommen, es sei denn, er ist wirklich sehr speziell. Wer sich zum Beispiel nur mit Angelzubehör beschäftigt, könnte recht schnell kleinere Artikel in der Post haben, zu denen ein Review gemacht werden kann. Ob und wann diese verkauft werden dürfen, sollte aber im Vorfeld geklärt werden. Ich muss manche Dinge auch mindestens 6 Monate behalten, bevor ich sie verkaufen darf. Vermutlich wird nichts passieren, wenn man sich nicht daran hält. Aber weitere Produkte wird man in dem Fall sicher nicht mehr bekommen.

Abo bei Patreon

Ein paar der von mir abonnierten Kanäle nutzen die Möglichkeit. Auch viele große YouTuber wie Gronkh sind dort zu finden. Patreon ist eine Plattform, auf der YouTuber, Künstler und beliebige andere Creators eine Seite erstellen können. Deine Zuschauer können dann dein Patron sein und dich finanziell unterstützen. Von den Spenden darf man rund 90% behalten. 5% bekommt Patreon als Gebühr und ein paar Prozent muss man noch als Transaktionsgebühren (PayPal und Co) einkalkulieren.

Direktspende via Paypal

Man kann seine Abonnenten natürlich auch direkt auffordern, über PayPal zu spenden. Einen entsprechenden Button gibt es dort bereits. Auch wenn hier keine anderen Gebühren außer PayPal anfallen, darf man nicht außer Acht lassen, dass über Portale wie Patreon noch zusätzliche Zuschauer kommen können, die dann wieder zu Abonnenten werden könnten.

Rechtliche Voraussetzungen und Informationspflichten

Die Einnahmen als kleiner YouTuber sind nicht sonderlich üppig. Die Abmahner, von denen es reichlich gibt, interessiert das nicht. Daher sollte man rechtliche Fallstricke beachten. Ist ein Video gesponsort, egal ob mit Geld oder Sachwerten, muss das deutlich gemacht werden. Eine Kennzeichnung als Werbung ist unerläßlich. Es gibt allerdings auch Ausnahmen und Beschränkungen in der Informationspflicht. Wurde ein Artikel vom eigenen Geld gekauft, muss ein Review nicht als Werbung gekennzeichnet werden. Auch die Höhe der Leistung spielt eine Rolle. Darüber habe ich bereits ausführlich in einem anderen Artikel geschrieben. Im Zweifelsfall sollte man aber immer einen Anwalt zurate ziehen, da ich nur über meine Erfahrungen berichten kann und selber kein Jurist bin. Um nicht gleich den teuren Weg in die Kanzlei zu gehen, kann man auch eines der Anwaltsportale nutzen. Dort werden Fragen schon für 20-30 EUR beantwortet.

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