Hilfe, meine YouTube und AdSense Einnahmen sinken drastisch

Plötzlich und ohne erkennbaren Grund sinken deine AdSense Einnahmen auf deinen Webseiten und auch über deine YouTube Videos spürbar? Wir zeigen die wichtigsten Ursachen und warum man nicht gleich in Panik verfallen sollte.

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Alte Hasen kennen das Spielchen natürlich, zumal es sich meist auch um wiederkehrende Situationen handelt, auf die man nur sehr begrenzten Einfluss hat. Aber wer neu oder erst seit einigen Monaten im Geschäft ist, verfällt schnell mal in Panik, wenn sich der Umsatz plötzlich halbiert oder gar noch stärker sinkt.

Saisonale Schwankungen

Fangen wir direkt mit dem wichtigsten Punkt an. Nun mag der eine oder andere vielleicht denken, dass solchen Schwankungen eher moderat ausfallen und keinen deutlich spürbaren Einbruch zur Folge haben. Immerhin wird das Internet ganzjährig genutzt und es gibt sowohl Produkte für den Sommer als auch den Winter.

Werbebudgets haben feste Planungszeiträume

Aber dieser Gedanke ist der falsche Ansatz. Werbebudgets werden für festgelegte Zeiträume geplant und gerade jetzt zum Jahreswechsel erleben wir einen sehr deutlichen Einbruch der Einnahmen. Immer wieder lese ich in Foren die Fragen von Seitenbetreibern und YouTubern, dass sie kaum noch Einnahmen im Januar haben, obwohl sich an den Zugriffszahlen nicht viel geändert hat. Die meisten Unternehmen haben ihren größten Etat im Weihnachtsgeschäft. Traditionell sind November und Dezember die anzeigenreichsten Monate und die Klickpreise aufgrund der Konkurrenz höher als sonst. Das sorgt letztlich für hohe Einnahmen der Seitenbetreiber.

Das Konsumverhalten schwankt

Der Jahresbeginn wird durch schwächeres Konsumverhalten begleitet. Die Leute haben gerade viel Geld ausgegeben und nach Weihnachten das geschenkte Geld in den Online Shops ausgegeben. Kaufkraft und Kaufwillen sind daher schwach und jegliche Werbung würde im Sande verlaufen und lediglich Kosten für den Werbetreibenden verursachen. Das ist einer der Gründe, warum im ersten Quartal weniger Werbegeld im Umlauf ist. Zudem beraten größere Firmen über den neuen Etat und geben bis zur endgültigen Festsetzung kaum bis gar kein Geld aus.

Schwacher Jahresbeginn

Man braucht sich also keine Gedanken über einbrechende Einnahmen im Januar machen. Es ist vollkommen normal und in der Regel auch weitaus deutlicher ausgeprägt als zu anderen Jahreszeiten. Natürlich gibt es auch noch etwas wie das Sommerloch, in dem viele Menschen im Urlaub sind und damit auch die entsprechenden Abteilungen der Werbetreibenden unterbesetzt sind. In den meisten Fällen ist der Einbruch in dieser Zeit aber deutlich weniger ausgeprägt als der Januar.

Besondere Ereignisse

Auch auf diesen Punkt haben wir keinen Einfluss. So gab es beispielsweise 2020 in der Corona Krise einen Einbruch der Einnahmen. Während die Einnahmen anfangs noch langsam sanken, gab es mit dem ersten Lockdown einen deutlich sichtbaren Einbruch. Man kann sich dann natürlich Sorgen über die Zukunft machen, aber Handlungsbedarf besteht an dieser Stelle nicht, da wir keinen Einfluss auf das Geschehen haben. Geschäfte und Unternehmen mussten schließen und haben gleichzeitig auch ihre Werbung eingefroren. Natürlich gab es auch Gewinner in der Krise, aber Lebensmitteldiscounter finden wir eher selten in den Bannern auf unseren Webseiten oder in YouTube Videos.

Es macht also durchaus Sinn, sich über besondere Ereignisse im In- und Ausland zu informieren. Verhindern lassen sich diese zwar nicht, aber man die Zeit, die man für eine Fehlersuche verschwendet, sinnvoll nutzen und weiter an guten Inhalten arbeiten. Irgendwann ist jede Krise vorbei und man kann gestärkt daraus hervorgehen. Ebenso kann es auch Sinn machen, aktuelle Themen aufzugreifen, die nicht unbedingt Thema des eigenen Blogs oder YouTube Kanals sind. Es finden sich immer Parallelen, die sich nutzen lassen. Ich meinem Blog über Apps habe ich beispielsweise vermehrt über kleine Spiele-Apps geschrieben, mit denen sich die Zeit im Lockdown vertreiben lässt. Auch über Apps zum Thema Corona habe ich geschrieben. Nahezu jedes bedeutende Ereignis lässt sich mit dem eigenen Thema verknüpfen. Man muss lediglich kreativ sein und auch mal über den Tellerrand schauen, wie andere Creator mit der Situation umgehen.

Technische Probleme

Neben zahlreichen äußerlichen Einflüssen können natürlich auch technische Probleme eine mögliche Ursache haben. Diese können vielfältig sein, sind dafür aber leichter zu beheben.

Implementierung des Anzeigencode

Eine mögliche Ursache ist die fehlerhafte Implementierung des Anzeigencode. Ein solcher Fehler kann sich auch einschleichen, wenn man selber nichts am Code geändert hat. Möglicherweise ist ein Plugin Schuld, über das der Anzeigencode eingeblendet wird. Viele Blogs verwenden ein solches Plugin, um die Anzeigen zentral steuern zu können. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Plugin nach einem Update nicht mehr einwandfrei funktioniert. Gelegentlich haben mit Plugins eine ganze Webseite zerschossen. Wer im WordPress seine Plugins automatisch aktualisieren lässt, sollte dies überdenken. Nach diversen Problemen mache ich sämtliche Updates nur noch manuell und prüfe sie direkt.

Auch andere Plugins können Einfluss auf das AdSense Plugin haben. Da die Einbettung über JavaScript erfolgt, können Optimierungsplugins ebenfalls die Ursache sein. Insbesondere Plugins zur Optimierung von CSS und JavaScript können verantwortlich sein. Ein Blick in den Quellcode der Webseiten kann hier Aufschluss geben.

Regelverstöße und Sonderregelungen

Vor kurzem gab es noch klare Regelverstöße in Bezug auf die Einbettung von AdSense Anzeigen. Insbesondere betrifft das die Themen Sex und Glücksspiel. Heute wird das von Google nicht mehr als Regelverstoß betrachtet und man kann auch solche Seiten monetarisieren. Allerdings gibt es dort nur eine eingeschränkte Nachfrage und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass auf diesen Seiten so gut wie keine Anzeigen ausgespielt werden. Hat sich das Thema der eigenen Seite verändert oder werden Begriffe aus diesen Bereichen im Text verwendet, kann Google die Seiten entsprechend einstufen und die Anzeigeneinblendungen gehen deutlich zurück. In der Regel gibt es hierzu eine Email von Google und man kann sich die betroffenen Seiten in der Google Search Console ansehen. Hat man diese Mail ignoriert oder ist sie im Spamordner gelandet, dürfte der Rückgang der Einnahmen überraschend sein.

Bei YouTube war COPPA im letzten Jahr ein großes Thema. Auch wenn man seine Videos als „nicht speziell für Kinder“ einstuft, kann Google anderer Meinung sein und dies jederzeit ändern. Zwar gibt es dann auch eine Email, aber vielleicht ist diese ebenfalls im Spamordner gelandet.

Sichtbarkeit der Webseite / des Kanals

Kommen die vorangegangenen Gründe nicht infrage, wird es schon etwas aufwändiger und ein Blick in die Statistiken ist unabdingbar. Haben sich die Zugriffszahlen auf die Webseite oder den YouTube Kanal geändert ohne dass es einen Jahreswechsel oder äußere Einflüsse gab, ist eine genauere Analyse fällig. Ist das eigene Thema derzeit nicht mehr aktuell oder seit geraumer Zeit von sinkendem Interesse? Ein Blick in die Google Trends kann Aufschluss darüber geben, was die Menschen derzeit besonders beschäftigt. In den allermeisten Fällen kann man die aktuellen Themen auch für sich nutzen und mit dem eigenen Thema verknüpfen. Schreibt man beispielsweise über Apps, dann stellt man Apps und Spiele vor, die zu aktuellen Themen passen. Hat man einen Reiseblog, dann dürfte aktuell von Interesse sein, wie es mit dem Reise rund um das Thema Corona steht. Wo kann ich hin? Welche Länder haben ihre Grenzen geschlossen? Seid kreativ und findet Parallelen zum eigenen Thema. Das gleiche gilt natürlich auch für Videos.

Hat die Sichtbarkeit der Webseite oder des Kanals abgenommen, wird es schon schwieriger. Bei einer Webseite können Backlinks helfen. Allerdings ist das ein so komplexes Thema, dass es den Rahmen hier sprengen würde. Bei YouTube können Kommentare in anderen Kanälen helfen, neue Besucher zu bekommen. Da Kommentare und Likes ein Signal für den Algorithmus sind, sollte immer wieder im Video darauf hingewiesen werden. Man sollte auch keine Angst vor negativen Kommentaren oder Dislikes haben. Auch diese können für eine bessere Sichtbarkeit sorgen.

Fazit:

Wie man sieht, sind die Sorgen infolge solcher Einbrüche sowohl berechtigt als auch unberechtigt. Berechtigt sind sie in dem Sinne, dass uns natürlich Einnahmen fehlen, die wir unter Umständen zum Leben benötigen. Allerdings sind sie auch unberechtigt, da wir keinen Einfluss darauf haben und sie in den meisten Fällen vollkommen normal und wiederkehrend sind. Wer etwas länger im Geschäft ist, gewöhnt sich daran und nutzt diese Zeit für Optimierungsarbeiten oder neue Projekte, damit die Einnahmen beim nächsten Einbruch höher sind als im vergangenen Jahr.

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