Script, Filmen, Audio – So erstelle ich meine Videos

Ein Video für YouTube zu erstellen, ist viel Arbeit. Jede Minute im Clip kann aus mehreren Stunden texten, filmen und bearbeiten bestehen. Der richtige Ablauf und ein wenig Vorarbeit kann diese Zeit drastisch reduzieren und das endgültige Video deutlich professioneller aussehen lassen. In diesem Artikel zeige ich den kompletten Ablauf eines Video-Review.

Let’s Player haben es etwas leichter. Meist können sie frei drauf los quatschen und gewinnen ihre Abonnenten genau durch diese Improvisation und Spontanität. Aus finanzieller Sicht benötigen sie jedoch deutlich mehr Abonnenten, um von ihrer Arbeit oder ihrem Vergnügen leben zu können. Bei technischen Reviews sieht es etwas anders aus. Durch Affiliate Programme kann hier auch mit wenigen Abonnenten ein ansehnliches Einkommen generiert werden. Eine spontane Art ist auch hier ganz nett, aber mit einem richtigen Plan stellt man sicher, dass die Zuschauer auch alle Informationen bekommen. Dadurch steigt die Bereitschaft, den Artikel über den eigenen Affiliate Link zu kaufen.

Viele Wege führen nach Rom, aber ich habe für mich einen Weg gefunden, den viele andere auch gehen und der mir die gesamte Bearbeitung im Schnittprogramm deutlich einfacher macht.

Was möchte ich mitteilen?

Der wichtigste Punkt besteht dabei aus der Message, die ich vermitteln möchte. Sie beinhaltet die wesentlichen technischen Daten, die ein Interessent wissen möchte. Aber auch Tipps rund um die Benutzung und Bedienung. Ich schaue mir mehrere Videos zum gleich Produkt an und suche nach fehlenden Informationen. Werden verschiedene Dinge bemängelt, suche ich nach Lösungen und Workarounds. Ein Beispiel ist hier ein Video zu einem Smartphone, an dem ich gerade arbeite. Dort wird der vorinstallierte Launcher bemängelt. Dieser enthält keinen App Drawer. Komischerweise ist aber niemand in anderen Videos auf die Idee gekommen, einen anderen Launcher aus dem Play Store zu empfehlen. Nachdem ich mir einen ausgesucht und diesen installiert hatte, war auch ein App Drawer vorhanden. Solche Lösungsansätze machen dein Video einzigartig und können den zuvor verunsicherten Betrachter überzeugen, das Gerät doch zu kaufen. Und zwar über deinen Affiliate Link.

Damit ich all diese gesammelten Informationen vollständig und auch in der richtigen Reihenfolge wiedergebe, erstelle ich ein Script für mein Video. Das kann in jedem beliebigen Programm geschehen, in dem man auch eine Tabelle erstellen kann, z.B. Word, Pages, OpenOffice, LibreOffice und viele andere. Da ich mich aber nicht auf einen Arbeitsplatz beschränken möchte, habe ich mich für Google Docs entschieden. Damit kann ich meine Texte am Rechner erstellen und jederzeit am Tablet oder Smartphone bearbeiten, egal wo ich gerade bin.

Mein Script besteht im wesentlichen aus einer Tabelle mit 2 Spalten. Die erste erhält die Überschrift Video und die zweite heißt Audio. In die Spalte Audio schreibe ich den kompletten Text, den ich später als Tonspur aufzeichne. Damit es nicht wie abgelesen klingt, sollte man sich den Text mehrmals durchlesen. Hier macht aber die Übung irgendwann den Meister. Also nicht gleich aufgeben, wenn es sich grausam anhört. Guck dir mal die ersten Videos einiger großer YouTuber an. Die sehen echt schlimm aus und hören sich fürchterlich an. Ein weiterer Vorteil des Fließtextes ist, dass ich ihn nur noch in meinen Blog kopieren muss, minimal bearbeite, mit Bildern versehe und schon habe ich einen fertigen Artikel zum Veröffentlichen. Dort lassen sich die Affiliate Links auch schön einbauen.

Nachdem der Text komplett erstellt wurde, schreibe ich in die Video Spalte die Szenen, die ich aufnehmen möchte.

Aufbau meiner Message

Der Aufbau der Videobotschaft entscheidet über den Erfolg. In den ersten 15 Sekunden muss ich alle wesentlichen Inhalte mitgeteilt haben und dem Zuschauer damit klar machen, welche Lösungen er in diesem Clip findet. Danach kann ein Intro eingespielt werden, dass einzig dem Branding dient. Hier sorgt man einfach dafür, dass das eigene Logo möglichst oft zu sehen ist.

Jetzt kommen die detaillierten Informationen, die man nicht unnötig in die Länge ziehen sollte. Wenn mir Teile in den Videos anderer YouTuber zu langatmig sind, dann spule ich vor oder breche das Video komplett ab.

Abschließend kann man das Video noch mit einer kleinen Zusammenfassung ausklingen lassen. Hier sollte auch der Hinweis auf ein Like oder Abo nicht fehlen. Statt dazu aufzufordern ist es effektiver, den Zuschauer nach einer Bewertung oder ein Abo zu fragen. Nach einer kurzen Verabschiedung blende ich mein Video aus.

Audio aufnehmen und Tonspur erstellen

Bevor ich die erste Aufnahme mit der Kamera mache, öffne ich mein Schnittprogramm, erstelle ein Projekt und lege die Timeline an. In diese spreche ich dann mit Voice-Over den gesamten Text. Meist zerlege ich diesen allerdings in kleine Portionen, sodass ich schnell mal einen Teil löschen und neu aufnehmen kann. Die Voice-Over Funktion wird von allen gängigen Schnittprogrammen unterstützt.

Der Vorteil dieser Vorgehensweise liegt darin, dass sich die Bilder und Videos deutlich einfacher an die Audiospur anpassen lassen als umgekehrt. Während ein Clip gekürzt und durch einen weiteren ergänzt werden kann, lässt sich aus dem Ton nichts wegschneiden, ohne Informationen zu verlieren. Auch Sequenzen ohne Ton oder mit sinnlosen Texten als Lückenfüller fehlen auf diese Weise.

Videos und Fotos aufnehmen

Erst jetzt beginne ich mit meinen Aufnahmen. Aus meinen Notizen entnehme ich die Szenen, die ich mir für meinen Clip vorgestellt habe. Ich mache dabei auch immer mehr Aufnahmen, als ich brauche. So stelle ich sicher, dass ich später genug Material habe, um meine gesamte Tonspur zu unterlegen und auch ein paar schöne Überblendungen einbauen zu können. Jede Ansicht nehme ich auf verschiedene Arten auf. So mache ich Nahaufnahmen mit schönem Bokeh, eine Totale, Bewegungen über Slider, Stativ oder Steadycam.

Bearbeitung im Schnittprogramm

Meine Videos erstelle ich alle mit Adobe Premiere Pro CC. Ich habe zwar auch mit Final Cut gearbeitet, mich dann aber letztlich doch für Premiere entschieden. Da ich auch andere Programme wie den Illustrator und Dreamweaver aus der Creative Cloud brauche, habe ich hier ein Abo abgeschlossen und darin ist Adobe Premiere ohnehin enthalten und kostet nichts extra.

Zur Positionierung meiner einzelnen Clips spiele ich immer einen kleinen Teil der Tonspur ab und such mir dann das passende Videomaterial aus der Liste. So habe ich schnell ein komplettes Video erstellt und kann es bei Bedarf noch mit Titeln versehen.

Ich hoffe, dass mein Ablauf euch ein wenig helfen kann. Gerade als Neueinsteiger tut man sich doch oft ein bisschen schwer. Alles soll perfekt sein, aber nichts passt so richtig zusammen. Versucht einfach mal, die Tonspur an den Anfang zu setzen und durch ein Script vorzubereiten. Den Rest baut ihr dann nur noch drum herum.

Vielleicht ist das auch euer künftiger Weg zu besseren Videos. In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß und Erfolg.

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