25fps vs. 30fps – Was ist besser für mein Video?

Statt 25fps vs. 30fps könnte die Frage auch mit 50fps vs. 60fps oder bei einer Sony alpha 6300/6500 auch 100fps vs. 120fps beginnen. Der fachkundige Leser hat natürlich schon gemerkt, das es hier um Videos und YouTube geht. Was es mit den Frameraten auf sich hat und welche zum Einsatz kommen sollten, werde ich in diesem Artikel anhand von Praxisbeispielen erläutern.

Wer einen Let’s Player kennt, weiß um die Wichtigkeit der Frameraten. Sobald die Framerate unter 100 sinkt, bekommt der Spieler schon Schweißausbrüche und beginnt an der Leistung seiner Grafikkarte zu zweifeln. Aber was macht es für einen Unterschied, ob ich nun mit 25fps filme bzw. vom Bildschirm aufnehme oder mit einer höheren Framerate? Da die fertigen Videos in den meisten Fällen auf YouTube landen, sind wir natürlich auf deren nachträgliche Verarbeitung angewiesen.

YouTube und die Frameraten

Üblicherweise geht Google von 24, 25, 30, 48, 50 und 60 Bilder pro Sekunde aus. Im Idealfall erwartet YouTube 30 Bilder pro Sekunde. Wer schon einmal in seine Kameraeinstellungen geschaut hat, wird sich jetzt fragen, wie das gehen soll. Dort stehen meist nur 24p, 25p, 50p und 50i zur Auswahl. Das (p) hinter der Zahl sagt vereinfacht aus, dass es sich um volle Bilder bei der Aufnahme handelt. Wird hingegen (i) eingestellt, dann handelt es sich hier um 50 Halbbilder, die vor dem Upload auf YouTube auf volle Bilder umgewandelt werden sollten. Aus 50i wird dann 25p und aus 60i wird 30p. Geschieht das nicht im Vorfeld, übernimmt YouTube die Zeilenentflechtung und man muss mit dem Ergebnis leben. Bildraten von 24p, 25p, 30p und seit geraumer Zeit auch 48p und 60p werden von Google nicht angetastet bzw. umgewandelt.

Hohe vs. geringe Bildraten

Das menschliche Auge nimmt bereits 12-15 Bilder pro Sekunde als Bewegung wahr. Allerdings ist das die unterste Grenze und schnelle Bewegungen werden nicht in Gänze wahrgenommen. 24fps kennt jeder aus dem Kino. Diese Bildrate gibt einen ganz besonderen Filmlook. Sollen die eigenen Videos bewegungstechnisch also einem Kinofilm ähneln, dann kann das mit 24fps geschehen. Natürlich gehören noch weitere Bearbeitungen, insbesondere die Farbbearbeitung, dazu. In Deutschland, der EU und weiten Teilen Asiens sind 25fps eine gute Wahl. Wir leben in der PAL Welt, während die USA beispielsweise in der NTSC Welt leben. PAL heißt also 25/50 fps und NTSC 30/60fps. In den meisten Kameras kann zwischen diesen beiden Systemen gewechselt werden, sodass auch hier mit 30fps gefilmt werden kann. Je höher meine Bildrate ist, desto besser lassen sich flüssige und schnelle Bewegungen einfangen.

Bildrate während der Aufnahme und in der Nachbearbeitung

Eine höhere Bildrate sorgt zwar für saubere Übergänge bei schnellen Bewegungen, benötigt aber auch deutlich mehr Speicherplatz. Sollen die fertigen Videos nicht auf DVD oder Blu-ray laufen, dann spielt es rein technisch gesehen keine Rolle, ob PAL (25/50p) oder NTSC (30/60p) verwendet wird. Gerade wenn Slow Motion genutzt werden soll, ist es wichtig mit einer möglichst hohen Framerate zu filmen. Werden 60p Aufnahmen in einer minimalen Timeline von 15p wiedergegeben, dann läuft der Clip in einer schönen Zeitlupe mit einem Viertel der normalen Geschwindigkeit. Wird ein 50p Clip reduziert, dann läuft er sichtbar schneller. Eigentlich könnte man also pauschal auf NTSC umstellen und die höchste Bildrate nutzen? Nicht so ganz. Ein kleines technisches Problem gibt es leider doch. In PAL Ländern hat unser Stromnetz eine Frequenz von 50Hz während es in NTSC Ländern 60Hz sind.

In der freien Wildbahn und bei Tageslicht spielt das keine Rolle. Wird jedoch bei Kunstlicht gefilmt, kann es zu unschönen Streifen im Video kommen. Diesen kann man zwar mit der Verschlusszeit der Kamera entgegenwirken, aber das Ergebnis kann trotzdem unschön aussehen.

Bei der Verschlusszeit, also Belichtungszeit, sollte immer der doppelte Wert der Bildrate eingestellt sein. Bei 60fps sollte es also 1/120 Sekunden sein. Damit habe ich bei meiner PAL Kamera bereits das erste Problem. Diesen Wert gibt es bei dieser gar nicht. 50fps und 1/100 Sekunden sind dagegen kein Problem. Es ist demnach immer besser, zuvor einige Testaufnahmen zu machen und diese auf dem Rechner anzuschauen. Dort sind dann auch kleine Streifen im Bild zu erkennen. In der Videobearbeitung lassen sich diese nicht mehr entfernen.

Da sich unterschiedliche Lichtquellen unterschiedlich verhalten können, gehe ich selber kein Risiko ein und nutze für fast alle meine Aufnahmen ausschließlich 25 und 50fps. Die 50fps in der Regel auch nur, wenn ich sehr schnelle Bewegungen einfangen möchte oder in meinem Clip mit Slow Motion arbeiten möchte. 50fps mit After Effects und Pixel Motion ergeben wirklich tolle Zeitlupen. Es wäre mehr als ärgerlich, wenn meine Testaufnahme bei 30p toll aussieht und die finalen Aufnahmen über mehrere Räume und Lichtquellen hinweg unterschiedlich ausfallen. Allerdings spiele ich auch gerne mal mit den Einstellungen herum. Daher habe ich noch eine zweite Speicherkarte, die ich für NTSC formatiert habe. Will ich also unbedingt 60fps filmen, dann wechsle ich die SD Karte kurzerhand aus und filme weiter. Wie man in meinem kleinen Video erkennen kann, habe ich mit meiner Sony alpha 77ii aber auch mit 30 und 60fps keine Probleme in unserem Stromnetz.

Mit welchem Equipment ich filme, kann man hier sehen.

Spielerischer Einsatz von Frameraten

Wer sagt denn, dass ein Video immer perfekt aussehen muss? Der Einsatz verschiedener Bildraten kann auch künstlerische Gründe haben und für einen ganz bestimmten Look sorgen. Niedrige Bildraten und Verschlusszeiten sorgen für einen verwaschenen Effekt. Das sieht in etwa so aus, wie Kinoszenen bei denen der Darsteller unter Drogen steht und die Welt um sich herum verwischt und leicht ruckelnd sieht. Im Gegensatz dazu können hohe Frameraten und Verschlusszeiten in sehr schnellen Szenen den Eindruck von Action vermitteln. Es lohnt sich, mit diesen Werten herumzuspielen und die Ergebnisse zu vergleichen.

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