Marketingmix: 4P im digitalen Zeitalter

Wir alle kennen 3G und 4G. Demnächst soll uns auch noch 5G beglücken. Aber was hat es mit 4P auf sich? Wie kann es uns beim Marketing helfen und ist es überhaupt noch im Internetzeitalter anwendbar?

Seit es das Internet gibt, ist Marketing in aller Munde. Dabei ist es keine Erfindung der digitalen Welt und schon lange vorher ein wichtiges Instrument im Vertrieb eigener Produkte oder Dienstleistungen. In den 1960er Jahren entstand das Konzept zum Marketing-Mix von E. Jerome McCarthy. Nimmt man die Anfangsbuchstaben der englischen Schlagworte, kommt man auf das Kürzel 4P.

Lässt sich der 4P Marketing-Mix auch im digitalen Zeitalter anwenden?

  1. Product (Produkt)
    Im ersten Schritt muss man natürlich die Idee zu einem Produkt oder eine Dienstleistung haben. Dieser Geistesblitz deckt aber nur einen kleinen Teil des ersten Ps ab. Viele weitere Fragen müssen an dieser Stelle geklärt werden. Welche Haltbarkeit hat das Produkt? Welche Garantieleistungen müssen gegeben werden? Lässt es sich weiterentwickeln? Soll es einen ausgewählten Personenkreis oder die breite Masse ansprechen? Wie und wo wird es produziert? Markenname, Lagerhaltung, Logistik und viele weitere Fragen rund um das Produkt müssen geklärt werden.

    Hier hat sich auch durch das Internet keine wesentliche Änderung ergeben. Durch neue Gesetze kommen lediglich noch viele weitere Fragen wie Datenschutz und Entsorgung auf. Kleine Fehler in der Planung können später hohe Kosten durch Abmahnungen nach sich ziehen. (Markenrecht, Urheberrecht, Wettbewerbsrecht)

  2. Price (Preis)
    Es gibt sie, die Menschen, für die der Preis keine Rolle spielt. Die breite Masse achtet aber sehr wohl auf die Kosten und hat heute mehr Möglichkeiten denn je zum Preisvergleich. Während in der Mitte des letzten Jahrhunderts noch viele Produkte über kleine Läden verkauft wurde, nimmt heute das Internet einen großen Teil vom Kuchen ein. Preisvergleich online machen es dem Kunden sehr einfach, direkt in den günstigsten Shop zu springen. Das führt dazu, dass man sich heutzutage nicht nur über den Preis abgrenzen darf. Zum eigentlichen Preis des Produktes oder der Dienstleistung gehören noch weitere Kosten wie Versandkosten, Lagerkosten, Sonderangebote, Zahlungsbedingungen und Kundenrabatte.
  3. Place (Distribution)
    Wo wird das Produkt hergestellt, gelagert und verkauft? Wird es ausschließlich im Inland vertrieben oder auch im Ausland. Hier sind heute viele rechtliche Vorgaben wie beispielsweise Geoblocker oder Versandkosten zu beachten. Auch die Frage, ob das Produkt direkt oder über Zwischenhändler vertrieben werden soll, muss gestellt werden.
  4. Promotion (Kommunikation)
    1960 war dieser Punkt nicht minder wichtig als heute. Allerdings haben sich die Möglichkeiten durch der Internet vervielfacht. Kommunikation besteht nicht nur zwischen Hersteller und Vertrieb per Telefon oder Verkäufer und Kunde persönlich. Die sozialen Medien haben uns komplett neue Möglichkeiten eröffnet und werden dabei nicht selten zu Multiplikatoren. Wer für sein Produkt einen YouTube Kanal erstellt erreicht mit einem Produktvideo viel mehr Menschen als über den persönlichen Kundenkontakt möglich ist. Während Verkaufsveranstaltungen für Produkte eher den Beigeschmack einer Kaffeefahrt haben, eignen sie sich sehr schön für Dienstleistungen. Ein paar Einladungen, ein gemieteter Beamer und eine gelungene Präsentation können auch hier schnell zum Multiplikator werden.

Das Marketing hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm gewandelt. An der Basis hat sich jedoch gar nicht so viel geändert. Es lassen sich immer noch Regeln aus dem letzten Jahrtausend anwenden. Allerdings muss man dann auch die neuen Möglichkeiten einbeziehen. Eine Originalausgabe von E. Jerome McCarthy dürfte heute keinen Erfolg mehr bringen. Ich denke auch die Schwerpunkte haben sich verändert. Schauen wir uns im Internet um, scheint das eigentliche Produkt keinen hohen Stellenwert mehr zu haben. Viele Artikel, gerade im Electronic-Consumer Bereich, halten kaum länger als die Garantiezeit. Auch die Distribution hat sich deutlich verlagert. Es bieten sich viele Möglichkeiten, aber ohne das Internet hat kaum ein Produkt eine Chance, auf dem Markt zu bestehen. Nur noch wenige Produkte können offline vertrieben werden. Bei den Dienstleistungen sieht es noch etwas anders aus. Die Haare lassen sich nicht online schneiden und ein Baum fällt sich auch nicht per Mausklick.

Der größte Wandel hat sich bei der Promotion bzw. Kommunikation vollzogen. Persönlicher Kontakt spielt oft keine große Rolle mehr. Viel wichtiger ist die Präsenz in den sozialen Medien, über die man sich zu jeder Zeit und an jedem Ort über ein Produkt informieren kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.